PROGRAMM 9 - 13 Uhr

10. Landesweiter Tag der Genderforschung Sachsen-Anhalt2020

Solidaritäten. Ein feministisches Gespräch über Kosmopolitik und (falsche) Gegensätze

Kurzinputs & Gespräch | o n l i n e
mit Johanna Leinius & Marlene Pardeller

++die Veranstaltung findet über die Plattform webex statt++

 

 9.00 Uhr___Ankommen
 9.30 Uhr___Begrüßung & Einführung

10.00 Uhr___Kurzinput Johanna Leinius

Die Begegnung zwischen Feminist*innen auf (trans-)nationalen Treffen ist eine der Grundlagen grenzüberschreitender feministischer Solidarität. Anhand der Dynamiken auf solchen Treffen lässt sich aber auch nachzeichnen, welche Konflikte das Streben nach der Anerkennung verschiedener Lebensrealitäten mit sich bringen kann.
Am Beispiel der letzten 25 Jahre transnationaler Organisation und Mobilisierung feministischer und Frauen*bewegungen auf den lateinamerikanischen und karibischen Feministischen Treffen (Encuentro Feminista Latinoamericano y del Caribe, EFLAC) diskutiere ich Kosmopolitik als Politik zwischen verschiedenen ungleich miteinander verbundenen Welten. Im Zentrum des Beitrags stehen die Frage, welche Möglichkeitsräume für kosmopolitische Solidarität in (trans-)nationaler Begegnungen erkennbar werden.

Anhand der Auseinandersetzungen um die Bedeutung feministischer Autonomie und das Geschlecht des feministischen Subjekts zeichne ich die unterschiedlichen Strategien indigenen, armer und Schwarzer Frauen* sowie trans*-Aktivist*innen in ihrem Kampf um Anerkennung nach. Ich frage, nach den Ambivalenzen einer die Pluralität der Feminismen anerkennenden Politik und zeichne nach, welche Praktiken und Diskurse als Grundlage für eine dekolonisierende feministische Politik dienen können

Zur Person:
Dr.in Johanna Leinius ist Sozialwissenschaftlerin und arbeitet als Postdoc am Fachgebiet Soziologische Theorie der Universität Kassel. Vorher war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Frnkfurt Research Center for Postcolonial Studies (FRCPS) an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Ihre Forschungsinteressen sind postkolonial-feministische Theorie, politische Ontologie sowie soziale Bewegungen.

Aktueller Artikel:

Constructing Solidarity Across Difference in Feminist Encounters (2020)

 

10.30 Uhr___Kurzinput Marlene Pardeller

Ohne transnationalen feministischen Austausch wäre die Gründung der Initiative #keinemehr 2017, die an die feministische Bewegung aus Lateinamerika #niunamenos anschließt, kaum möglich gewesen. Die wichtigsten Punkte, die zur Gründung der Initiative und damit zur Entscheidung geführt haben, das Konzept des Femizids ins Zentrum der Aufmerksamkeit zu rücken, werden ausgeführt.
Das Konzept des Femizids wird in Bezug auf Deutschland vorgestellt.
Gemeinsam diskutiert werden soll, wie sich gesellschaftlicher Druck aufbauen lässt. Also wie hier in Deutschland ein breites Bewusstsein dafür entstehen kann, dass gechlechtsbasierte Gewalt normalisiert wird, jeden Tag aufs neue. Und dass diese Normalisierung tödlich ist. In Ländern wie Argentinien, Spanien oder auch Italien und Polen ist diese Tatsache stärker bei den Aktivist:innen präsent als hier in Deutschland.  Diskutiert werden soll aber auch, welche Konfliktlinien das Konzept des Femizids bereithält und wie mit diesen ein Umgang gefunden werden kann. Befördert es eine Essenzailisierung des Begriffs Frau? Können die Gewaltformen und Tötungen, denen transFrauen ausgesetzt sind, mit dem Konzept des Femizids gefasst werden?"

Zur Person:
Marlene Pardeller ist Schreibberaterin, Lektorin, Mitbegründerin der Initiative #keinemehr und freie Filmschaffende. Zuletzt mit der Dokumetation "Unter der Haut liegen die Knochen" (2018), die sich mit geschlechtsbasierter Gewalt in Italien und Mexiko auseinandersetzt. Folgeprojekt: Spielfilm über den Umgang mit nationalsozialistischem Erbe 2020

Webseite der Initiative #keinemehr: Femi(ni)zide – geschlechtsbasierte Tötungen an Frauen*

 

11.00 - 11.30 Uhr___Pause
      11.30 Uhr___Wiederankommen

11.45 - 12.40 Uhr___Solidaritäten. Ein feministisches Gespräch über Kosmopolitik und (falsche) Gegensätze

mit Johanna Leinius & Marlene Pardeller

In einer digitalen Gesprächsrunde werden wir die Voraussetzungen transnationaler feministischer Solidaritäten im Kontext feministischer Bewegungen zum Thema machen. Dabei betrachten wir gegenwärtige Krisenmomente und die Herausforderungen, Möglichkeiten und Grenzen, die sich daraus für feministische Bündnisse ergeben. Wir gehen gemeinsam folgenden Fragen nach: Inwiefern und unter welchen Bedingungen bieten feministische Solidarität(en) Antworten auf Krisenzeiten? Kann Wissenschaft ein Ort dafür sein, bzw. was ist ihr Beitrag zur politischen Praxis? Wie verhalten sich  gegenwärtige Erfahrungen und unbestimmte Zukunftsvisionen zueinander?
Den Gegenstand bilden dabei sowohl feministische Reaktionen auf die sogenannte Corona-Krise als auch die transnationale Bewegung #keinemehr.


12.40 - 13.00 Uhr___Abschluss des Vormittags und Ausblick auf Abendvortrag (Programm 17 - 18.45 Uhr)

 

Das Unbewusste ist politisch.
Denkanstöße aus der Psychoanalyse für den feministischen Blick auf unsere Gegenwart

mit Barbara Grubner

Letzte Änderung: 06.11.2020 - Ansprechpartner:

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